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Neugestaltung der Dorfstraße nimmt Fahrt auf

 

 

Ein langgehegter Wunsch im Ortsteil Leer wird in Erfüllung gehen, die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt. Bürgermeister Robert Wenking informierte jetzt darüber, dass das Land dazu einen Zuschuss in Höhe von 250.000 € bewilligt hat. Es stammt aus dem Dorferneuerungsprogramm 2020. Die Stadt hatte im Herbst des vergangenen Jahres einen entsprechenden Förderantrag gestellt. Die Landeszuweisung wird zur Finanzierung der Neugestaltung der Gehwege bereitgestellt. Die Erneuerung des Straßenraumes wird vom Land NRW mit 80.000 € gefördert. Die Kosten für Erneuerung des Straßenraumes und der Gehwege belaufen sich auf insgesamt 735.000 €. Der Sanierungsabschnitt umfasst im Ortskern den Teilbereich vom Nahen Weg bis zur Burgsteinfurter Straße. Mit der Ausschreibung der Bauarbeiten werde unmittelbar begonnen, so der Bürgermeister. "Steter Tropfen höhlt den Stein. Es war ein langwieriger Prozess, wir sind froh, dass wir am Thema geblieben sind" freut sich der Leerer CDU-Vorsitzende Ludger Hummert. 

Das Thema der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt ist nämlich nicht neu und wurde seit dem Jahre 1993, also nunmehr seit 27 Jahren, immer  wieder aufgefrischt. Die Leerer CDU hatte damals einen entsprechenden Antrag gestellt und damit die Initialzündung überhaupt gegeben. Verschiedene umfangreiche Diskussionen fanden in den politischen Gremien statt. Die Leerer CDU, und insbesondere deren Vorsitzender Ludger Hummert, ließen nicht locker und brachten das Thema immer wieder auf die Tagesordnung. Im Jahre 2009 war es dann soweit, dass der Landschaftsverband - Denkmalpflege, Landschaft- und Baukultur ein Planungskonzept für die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt in Leer erstellte. Dieses wurde der Bevölkerung und  insbesondere den Anliegern in einer öffentlichen Versammlung dargestellt. Schwachpunkte sahen die Planer damals in der Gestaltung des Ortskernes und in der Gestaltung der Bürgersteige. Die Ortsdurchfahrt sei seelenlos.

Der negative Eindruck entstehe bereits am Ortseingang von Leer aus Richtung Horstmar kommend, setze sich mit den verschlossenen Fenstern der ehemaligen Gaststätte "Tante Toni" und Raus sowie dem Bretterverschlag an einem Schaufenster gegenüber der Kirche fort und ende nicht zuletzt bei den unterschiedlichen willkürlichen Pflasterungen der Bürgersteige. Es fehle an Begrünung. Einige Landwirte brausen mit Höchstgeschwindigkeit mit schwerem Gerät durch den Ort.  So lauteten nur einige Argumente der Befürworter von baulichen Veränderungen in der Ortsmitte. Es zeigten sich aber auch Bedenken der unmittelbar betroffenen Anlieger. "Ich habe nichts dagegen, wenn es schön wird. Man kann als Dorfbewohner eigentlich nichts dagegen haben. Aber es entstehen für die Anlieger Kosten und da hört die Begeisterung auf", argumentiert ein Anlieger an der Dorfstraße bei einer öffentlichen Versammlung der Anlieger. Das Argument ist vom Tisch, denn Anliegerbeiträge werden nicht erhoben. So die Aussage von Bürgermeister Robert Wenking, der sich rechtlichen Rat zu dieser Thematik eingeholt hat.

Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss hat im Juni 2012 einstimmig beschlossen, dem Architekturbüro Wolters den Auftrag zur Erstellung eines integrierten Handlungskonzeptes für die Altstadt von Horstmar sowie vom Dorf Leer zu erstellen. Dieses war notwendig, um überhaupt an Landesmittel zu kommen. Das Leistungsbild dieses Konzeptes beinhaltete drei Phasen: Während der Phase I erfolgte eine detaillierte Bestandsaufnahme und Analyse der bestehenden Situation mit Aufarbeitung der Restriktionen, aber auch der Potenziale für die weitere Entwicklung des Dorfes. Dort flossen die bisherigen Vorentwürfe zur Verschönerung von Dorf- und Burgsteinfurter Straße ein. Ausgehend von diesen Ergebnissen wurden in einem weiteren Schritt erste Gedanken und Ideen für ein Leitbild, Handlungsfelder und Entwicklungsziele einer qualitätsvollen positiven Ortskernentwicklung formuliert.

In der Phase II wurden Bürgerschaft und lokale Akteure im Rahmen eines zweistufigen Beteiligungsverfahrens mitgenommen. Eine möglichst große Transparenz des Planungsprozesses sollte die Konsensbildung erleichtern und eine nachhaltige Identifikation der Bürger mit den Planungszielen gewährleisten Ein "runder Tisch" begleitete den Planungsprozess. In diesem Gremium wurden die Ergebnisse der einzelnen Planungsphasen diskutiert und abgestimmt. Im Zuge der Leitbildentwicklung wurde eine zweite Diskussionsebene etabliert: "Der lange Tisch". Hier wurden themenbezogen (z.B. Einzelhandel, Wohnen, Tourismus, Immobilienwirtschaft) einzelne Fragestellungen mit den "betroffenen" Eigentümern und Standortbetreibern, den so genannten Experten vor Ort diskutiert. Die Ergebnisse flossen direkt in die Einarbeitung des städtebaulichen Leitbildes ein.

In der Phase III wurden Handlungsstrategien für die einzelnen Handlungsfelder erarbeitet und die Entwicklungsziele auf Grundlage der in den Beteiligungsverfahren gewonnen Informationen in eine räumliches Konzept überführt. Im Ergebnis liegt ein jetzt ein Handlungskonzept vor. Zwischenzeitlich ist man in Leer aber nicht untätig geworden. So wurde der Bereich um das Kriegerehrenmal geändert. Das Kreuz an der Kirche wurde renoviert und in einer besonderen Feier eingeweiht.