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Gedichte, Sprüche & Reime up Platt!

 

***

"Mien Düörpken Leer"

 

Wu lieg an Schöppinger Biärg so schön

mien Düörpken Leer, so still un grön.

Denn Ort, wo meine Weige ston

un wo ick no de Schol hengong.

Wo de Ölern namen mi in Arm

do wett mi üm dat Hiät so warm.

Ick bin auk up de Lüde stolt,

denn de sind ut echt westfölschket Holt.

In Middelpunkt do steiht de Kiärk,

do döt de Herr Pastor sein Wiärk,

do gift denn Siärgen un de Kraft

dat man auk sölfst dat Schwörste schafft.

Se löcht int Land bi Dag un Nacht,

in Krieg häw se us Frieden bracht.

Se is dat Hiät, wat ick wull gleiw,

von´t Düörpken Leer, dat ick so leiw.

Mot ick mol weg - of olt, of jung:

De Heimat bliw Erinnerung.

Un kiek ick hen un kiek ick her:

Dat Schönste bliw "Mien Düörpken Leer."

 

( von Angelika Kestermann )

 

***

Wiehnachtstiet

 

Wiehnachtstiet, dat is wull klor

is de schönste von´t ganze Johr.

Wo jedereen doch dorup sinnt,

of olle Lüe, Frau, Mann und Kind,

een de anner Frei to maken

met kleine of auk graute Saken.

Een guedet Wort, nen trüen Blick

de brengt schon oft ersehntet Glück.

 

Dann wett gehäkelt un auk strickt

un dann un wann een Päcksken schickt.

Doch grade jetzt in denn Advent

de Lüe in de Geschäfte rennt.

Se stöbert hier un kiekt es do 

un denkt dobi es düftig no:

Wodran hef wull denn annern Spaß

an Radio, Dischkdirk oder auk son Glas?

 

Un watt is för de Kinner wichtig?

Ja, hoffentlich wett alles richtig.

So erfüllt sick manchen Draum

för Kinner unnern Wiehnachtsbaum.

Un süht man dann de Augen funkeln

von düsse Kinner hell und rein

dat is es Lecht int Weltendunkel

un alles Led is half so klein.

 

Wenn to de Wiehnachtsmiss wi goht

un biädent in de Kiärke stoht

dann is es wenn Herr Jesu Christ

von nien up usse Wiält kuemen is

Drüm sollen wi auk nich vergiäten

to danken üm von ganzen Hiäten

för alles dat, wat he us giw

domet he immer bi us bliw.

 

( von Angelika Kestermann )

 

***

Ostertiet

 

Nu is et endlicks wier so wiet,

wi hebt de schöne Fröhjohrstiet,

wo ut den Schlop de Natur erwacht

un us de Sunn auk öfters lacht.

Wo langsam, met ´nen schönen Blick

de Krokus ut de Är rutkick

un wo Tulpen raut un giäl

de Wiält fort maket mol so hell.

Dat is de Tiet wo Jesu Christ

för us von´n Dauden upstohn is.

 

De Kinner up nen Struck es kloppt:

Wo hew de Has sick wull vestoppt,

de us de bunten Eier brengt

un auk an lecker Saken denkt ?

Dann plötzlick hört man en Geschrei:

"Nu kummt es schnell, hier lig en Ei!"

De Frei is graut, den Upwand klein,

wat könnt sick doch so Kinner frein !

 

( von Angelika Kestermann )

 

***

De Halterbuerschup

 

1) Deip in Mönsterland lig dat Düörpken Leer so still un fien

Deip in Mönsterland lig dat Düörpken Leer so still un fien

do giwt de Halterbuerschup, de Lüe do bin ick stolt drup

int schöne, schöne Düörpken Leer.

 

2) Deip in Mönsterland lig dat Düörpken Leer so still un fien

wo miene Weige ston un ick no de Schol hengong,

do is un bliw auk mien Tohues

do giwt de  Halterbuerschup, de Lüe do bin ick stolt drup

int schöne, schöne Düörpken Leer.

 

3) Deip in Mönsterland lig dat Düörpken Leer so still un fien

an Schüöppinger Biärgesrand, dat Düörpken is wiet bekannt

int schöne, schöne Mönsterland

do giwt de  Halterbuerschup, de Lüe do bin ick stolt drup

int schöne, schöne Düörpken Leer.

 

4) Deip in Mönsterland lig dat Düörpken Leer so still un fien

do giwt nen Schützenverein, de fiert met graut un klein

drei Dage lang so schön 

do giwt de  Halterbuerschup, de Lüe do bin ick stolt drup

int schöne, schöne Düörpken Leer.

 

5) Deip in Mönsterland lig dat Düörpken Leer so still un fien

kümmps du es mol in Naut dör Krankheit of dör´n Daud

se helpt di, helpt di alle gern

do giwt de  Halterbuerschup, de Lüe do bin ick stolt drup

int schöne, schöne Düörpken Leer.

 

6) Deip in Mönsterland lig dat Düörpken Leer so still un fien

do holt de Lüe bineen, de trennt so gau kineen

int schöne, schöne Düörpken Leer

giew Guott, dat et so bliew un niemols Unfriär giw

int schöne, schöne Düörpken Leer

do giwt de  Halterbuerschup, de Lüe do bin ick stolt drup

int schöne, schöne Düörpken Leer.

 

( von Angelika Kestermann )

 

***

"Vörsöök niemaols, annere so to maken, äs du sölwst büs.

Du wees jä - un Guott weet et auk - dat een von diene Sort genog is."

 

"Bloß we arm is, weet, wat dat Liäben füör´n Luxus is."

 

"De Kinner sind ümmer de enzige Tokunft von de Mensken."

 

"Wenn de Mannslüe sick nao de Hochtiet so vörhollen wullen,

äs in de Vörluowstiet, dann gafft nich halw so viell Scheidungen,

obber duppelt so viell Pleiten."

 

"De iärste Handruck in´t Liäben is de schönste:

wenn een Niegebuorenes sien Füstken üm´m Finger von

Vader ode Moder schlütt."

 

"De twintigste Hochtietdagg lött sick schwaor fieern.

To´t Praohlen ist nao to fröh, to´t Jankern all to laat."

 

"Dat Lachen is de küörtste  Vörbindung tüssken twee Mensken."

 

( aus "Mien Tresken" von Bernard Walbaum )

 

***

Eia popeia, wat russelt in´t Stroh?

Dat sünd dei lüttken Göskes,

dei hebbt kiene Schau.

Schauster het Lädder,

kien Leisten dortau,

d´rum loopt dei Gösken barfaut

un hebbt kiene Schauh.

 

***

Bimmel, bammel, beier

Köster mag kien`n Eier.

Wat mag hei dann?

Speck inne Pann´,

Beier inne Kann´,

Wat is us Köster ´n leckern Mann.

 

***

Heinerich von Deinderup,

wat grummelt di dei Buuk?

Dat dait dei suern Karmelk,

dei will dor wedder rut.

 

***

Et is doch seltsam:

Öhms, de vermährt sik nich,

aower utstiärben doht se auk nich.

 

***

Lank un schmal, hät kien Gefall.

Kuot un dick, hät kien Geschick.

En Därnken von de Middelmoat

geiht am wackersten üöwer de Straot.

 

( aus "Nu küer du, mi trönt de Augen"

von Reinhold Holtstiege )

 

***

Ik bin son kleinet Ümelken,

son Stümpelken, son Krümelken.

Un wull doch auck so gähn

dat Brutpaar hier gralehrn.

Drum gierf ick jun min Hiätken hier,

maken Kniksken up de Stiär.

Un schenk ut fulle Freide nu

düssen Blomenstruck hier ju.

 

***

Vivat Brut un Brüdigam,

vivat Brüm un Brut.

Glücklich fänk ju Ehestand an.

Glücklich laup he ut

Goht in Frieden düor de Welt.

Kriegt alle Bühls full Geld,

kriegt dat Hus vull Piär un Rinner,

kriegt dat Hus vull nette Kinner.

Häfft je liäbenlank kin Naut.

Finnt antlest en sachten Daut.

Un daonao de ew´ge Ruh.

Nu kuemt in, Guot helpe ju.

Vivat Brut und Brüdigam,

vivat Brüm und Brut.

 

***

Full Freide un full Glück

un neichstet Johr son Männeken es ik.

 

***

Bie us in Hus

gift jeden Dag Kabus.

Ehn Dag rauden, ehn Dag witten.

Nur goht men al wie sitten.

 

***