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Schnadgang "Osten"

Ortskulturring Horstmar-Leer

 

 

Die Teilnehmer des Schnadgang-Angebotes des Ortskulturrings Leer sind voll auf ihre Kosten gekommen. Vierzig  Wanderer  trafen sich am vergangenen Samstagmorgen am Dorfpark, um die Grenzen von Leer in östlicher Richtung abzulaufen Über den guten Zuspruch freuten sich Franz Ahmann, Martin Zintl und Anne Telgmann vom Vorstand des Leerer Ortskulturringes, die diese Wanderung organisiert hatten.

Nach einer kurzen Übersicht über die Tradition dieses sehr alten Brauchs durch Franz Ahmann erhielten die Teilnehmer ein "Schnäpsken" zum Aufwärmen. Bei leichten Minusgraden brach die Gruppe auf in Richtung Herswiesen.

In Höhe des Anwesens Bogenstahl fand man den ersten Grenzstein. Bald ging es ab von befestigten Wegen über Wiesen- und Ackerränder. In der Vorankündigung hatten die Veranstalter extra darauf hingewiesen, dass der Grenzgang eine "cross-country-Veranstaltung" werde und festes Schuhwerk unbedingt erforderlich sei. Durch Pfützen, Matsch und Lehm ging es sowohl über Wasserläufe und Zäune als auch durch dichtes Unterholz und so manch anhänglichem Brombeerbusch. Immer wieder sorgte die Gruppe dabei ungewollt für Bewegung in der Natur: Mehrfach huschten Hasen und Kaninchen aus ihren Verstecken und suchten mit schnellen Sprüngen das Weite. Besonders beeindruckend war für viele Teilnehmende der Anblick mehrerer Rehe, die elegant über die Felder davonsetzten. Für einen kurzen Moment blieb die Wandergruppe stehen und beobachtete die Tiere.

Nach einer kurzen Pause bei der Familie Vorspohl an der Grenze zur Bauerschaft Dumte ging es weiter in den Bereich der Alst. Diese Bauerschaft fühlt sich als Bindeglied zwischen dem Dorf und der Stadt. Bei der Familie Wermelt machte man eine längere Rast, denn hier wartete eine leckere Suppe aus dem Gasthaus Selker auf die Schnadgänger.

So gestärkt ging es weiter über Stock und Stein. Dabei erfuhren alle auf dem Schöppinger Berg wie anhänglich Lehm sein kann. Eine weitere Rast wurde bei der Familie Kösters auf dem Berg eingelegt. Bei jeder Rast war Josef Hinkers mit seinem Versorgungswagen zur Stelle und hatte schon Bänke und Tische aufgestellt.

Nach zwanzig Kilometern endete der Rundgang im Gasthof Selker mit einem schmackhaften Essen. Dabei galt Anne Telgmann ein besonderes Lob als Tour-Guide, sie hatte die Truppe an der Leerer Außengrenze entlang geführt und bereits im Vorhinein erkundet.

 „Gemeinschaft an frischer Luft zu erleben war für mich und Franz Ahmann sowie Martin Zintl  Ansporn bei den Vorbereitungen“ äußerte Anne Telgmann.

Der Schnadgang zeigte einmal mehr, wie wichtig solche Veranstaltungen für das Gemeinschaftsgefühl sind. Traditionen lebendig zu halten und zugleich Raum für Begegnungen zu schaffen, genau das machte den besonderen Reiz dieses heimatlichen Brauchs aus. 

Der zweite Gang findet am 28. Februar statt. Er geht in Richtung Haltern. Dieser ist mit 50 Personen bereits ausgebucht.