Wiesengaudi im "Freistaat Leer"
Rappelvoll war das Zelt am Kalvarienberg, als das Blasorchester aus Metelen mit 30 Musikern unter der Leitung von Dirk Brünenburg auf der Bühne, das Lied intonierte: “Ein Prosit der Gemütlichkeit." Alle stimmten mit ein, denn es war Freibier, das sie genossen, gesponsert von zahlreichen Spendern. Das Fest war gemeinsam von den vier Leerer Schützenvereinen organisiert worden, erstmals waren Haltern und die Alst mit im Boot. Zahlreiche Besucher waren in Dirndln und Lederhosen gekommen. Der Duft von Schweinshaxen, Leberkäs, Püree und Sauerkraut animierte zur Stärkung.
Urlaubs- und krankheitsbedingt fielen der Bürgermeister und sein Stellvertreter für den Fassbieranstich aus. Die Aufgabe übernahm Christian Tenkmann, König der Ostendörfer. Er hat dabei so kräftig das Handwerkszeug geschwungen, dass sich sogar der Stil vom Hammer trennte. "Oa zapft is" rief er in die Runde und intonierte gleich das Lied, das zum Ohrwurm wurde an diesem Abend: "In Leer da steht ein Hofbräuzelt oans, zwoa, gsuffa." Er wünschte allen drei Tage Wiesengaudi im "Freistaat Leer".
Auf dem Oktoberfest in München könne es nicht schöner sein, befanden Hendrik Viefhues und Frank Berning von den Halterner Schützen. "Wir feiern das Dorffest seit dem Jahre 1992" erinnerte sich Theo Kajüter, der wiederum sein Grundstück am Kalvarienberg bereitgestellt hatte. Ludger Hummert, Johannes Telgmann, Ferdi Thiemann, Engelbert Meis, Andreas Loos , Benedikt Hinkers, Bernhard Gerdes und Peter Bödding waren es, die das Fest aus der Taufe hoben.
Das amtierende Königspaar der Dörfer mit Ralf und Andrea May und das Königspaar der Ostendörfer mit Christian Tenkmann und Luisa Feither traten in den Spielen gegeneinander an. Das Sägen mit einer langen Blattsäge erforderte schon eine Portion Harmonie und Kraft. Treffsicherheit war angesagt beim Nagel hämmern, um Kraft ging es beim Bierkrug stemmen. Am Ende hatten die Dörfer die Nase vorn.
Recht umfangreich war das Repertoire der Abteilung Egerländer Blasmusik des Metelener Blasorchesters. Nach bayrischer Musi, wobei natürlich der Schuhplattler nicht fehlen durfte, tauchten sie ab in die moderne Schlagerwelt, und das bis in die frühen Morgenstunden. Dabei erwies die aus Metelen stammende und jetzt in Leer wohnenden Rabea Wenning ihr Können als Frontsängerin.



